







TV-Fernsehbericht über einen Botox-Creme-Test, PRO7 - SAM - 27.07.2007
Aber was hilft schon dagegen? Gesichtstraffung oder Botox-Spritzen?
Vielleicht ja auch das Anti-Falten-Mittel aus der Drogerie. Zweifachmutter Silke versucht das Knitterproblem mit einer Creme in den Griff zu bekommen.
Wenn Silke morgens in den Spiegel schaut, wandert ihr Blick als erstes auf Ihre Falten. Die 39jährige ärgert sich über die tiefen Furchen in ihrem Gesicht und das schon seit 10 Jahren: „Was mich total stört, sind diese Zornesfalten, die relativ tief sind, da fände ich es toll, wenn die in bisschen aufgepolstert wären und die extremen Krähenfüße an den Augen…“
Egal ob Antifalten-Cremes, Auffüller, Gesichtsmasken oder Ampullen für reife Haut, die 39jährige hat über die Jahre schon mehr als 1000 Euro investiert, doch die Falten sind geblieben. Stress in der Arbeit und Schlafmangel haben ihre Spuren hinterlassen. Auch die Kinder halten die Mutter auf Trab. Eine gesichtstraffende Operation kommt für sie aber nicht in Frage, davor hat sie zu große Angst. Genauso wie vor dem Spritzen des Nervengiftes Botox.
Vom Dermatologen Dr. Alamouti möchte die 39Jährige ihre Faltentiefe bestimmen lassen. Von Grad 0 bis 3 sind alle Tiefen vorhanden. Auf der Stirn und an den Augen hat sie mit Grad 3 die stärksten Falten.
Dr. Alamouti: „Arzneimittel wie auch Cremes helfen hierbei nicht, weil wir hierbei gegen die Mimik ankämpfen müssen, gegen die Muskelbewegung, die bei ihr zu stark ist und da hilft nur das beruhigende Mittel Botox was dort wieder von 200% auf 100% ihre Bewegung reduziert und die Falten können verschwinden.“
Stimmt das?
Durch eine Zeitungsanzeige ist Silke auf eine Creme mit ähnlicher Wirkung aufmerksam geworden. Der Hersteller verspricht "ganz klar: Krähenfüße, Tabaksbeutel, Marionettenfalten zu entfernen. Das hört sich schon alles gut an. Wenn es denn dann so wirkt: wunderbar!"
Zu kaufen gibt es die Creme in der Apotheke. Silke verspricht sich von dem Mittel für 148 Euro eine Botox-ähnliche Wirkung ohne Botox-Spritze. Mit einem Applikator soll das Mittel 20 Tage lang jeden Abend in die Falten gegeben werden. Das erscheint ihr medizinisch und seriös. Silke hofft, mit dem kosmetischem Intensivserum ihre Mimikfalten tiefenwirksam bekämpfen zu können und sich nicht mehr über die Furchen im Gesicht ärgern zu müssen.
„Das klappt sehr gut, fühlt sich auch gut an. Schön kühl und riecht auch gut.“ Der erste Eindruck scheint positiv.
„Das einzige, was mir aufällt, ist das es sehr flüssig ist. Das ganze soll jetzt 15 Minuten aufgetragen bleiben. Ich habe schon das Gefühl, es wird mir unten runter laufen. Wahrscheinlich muss man sich dann hinlegen.“
Die Handhabung ist überraschend einfach, aber man muss darauf achten, dass nichts verläuft. Nach 20 Tagen treffen wir Silke wieder.
„Die Erfahrung ist dass ich das ich das Gefühl habe, dass ich morgens schon frischer aussehen, diese Wirkung lässte aber gegen Mittag nach, und je nachdem wie stressig und hektisch der Tag war und dementsprechend die Gesichtsmimik ist es meistend bis nachmittags weg.“
Wie in der Packungsbeilage beschrieben hat Silke, das Mittel aus der Apotheke angewandt. Jetzt möchte sie vom Experten Dr. Alamouti wissen, wie er das Ergebnis einschätzt.
Genau wie vor 20 Tagen fertigt er Fotos an, damals hatte Silke auf der Stirn die tiefsten Furchen der Stufe 3. Und heute?
Dr. Alamouti: „Alle Faltenstrukturen von Grad 1 bis Grad 3 sind alle gleich geblieben, komplett. Es hat sich in der Länge wie in der Breite nichts verändert.“
Keine Spur von der erhofften Wirkung, eine solche wäre auch gesetzwidrig gewesen. Paragraph 2 des Arzneimittelgesetz sagt: " … bei kosmetischen Mitteln ist keine Tiefenwirkung erlaubt … "
Dr. Alamouti: „Die können also und dürfen nicht wirken, Kosmetika sollen eigentlich nur parfümieren, reinigen und die Oberfläche ein bisschen aufquillen. Sei dürfen keine tiefere Wirkung haben, das ist laut Gesetz verboten. Sobald sie eine physiologische Wirkung haben, muss es ein Arzneimittel sein und das darf man nur per Rezept vom Arzt bekommen.“
Dieses Kosmetikum darf also die Ursache der Falten, die Mimik, nicht beeinflussen.
Silke: „Also das ist gar nicht so entsprechend verbreitet, dann würden die meisten Crems, die angeboten werden, gar nicht von den Verbraucherinnen gekauft.“
Die 39Jährige ist enttäuscht un möchte sich beim Hersteller beschweren, doch die Dame am anderen Ende der Leitung erklärt sich für nicht zuständig. Auch nach mehrmaligem Anfragen war niemand zu einer offiziellen Stellungnahme bereit.
Silke: „Ich werde versuchen, gesund zu leben, der Haut etwas gutes zu tun, also über Nahrung, viel Trinken, möglichst viel schlafen und vielleicht dann pflegende Produkte, Tageprodukte zu benutzen, die eine erfrischende Wirkung haben.“
Eine Spritze, eine Flasche, es sieht aus wie beim Arzt. Für Silke eine reine Showeinlage, 148 Euro teuer. Die 39Jährige wird in Zukunft auf solche Produkte verzichten und den Kindern sind die Falten ihrer Mama eh total egal…
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