Melanom
Das maligne Melanom ist eine bösartige
Geschwulst, die von den Pigmentzellen der Haut ausgeht. Maligne Melanome sind
deshalb oft - aber nicht immer - braun bis schwarz gefärbt. Sie
können sich überall auf der Haut bilden. Neben den Melanomen gibt es
verschiedene, auch gutartige, Hauttumore, die nicht immer eindeutig von einem
Melanom zu unterscheiden sind. Dann muss der Tumor im Gesunden aus der Haut
herausgeschnitten und mikroskopisch untersucht werden. Aus einem gutartigen
Tumor kann durch die Operation niemals ein bösartiger Tumor werden. Das
Hinauszögern einer Operation verschlechtert dagegen die
Heilungsaussichten. Neben der frühzeitigen Operation spielt für die
Heilungsaussichten die Tiefenausdehnung des Melanoms eine entscheidende Rolle.
Auch großflächige Tumoren können geheilt werden, wenn sie nur
oberflächlich wachsen.
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Nach Wachstum und Entstehungsort unterscheidet man
verschiedene Melanom-Typen:
- Das Lentigo-maligna-Melanoma (LMM) entwickelt sich bevorzugt an
Gesicht, Hand und Nacken aus einem sich langsam vergrößernden,
unregelmäßig gefärbten, schwarzbraunen Fleck.
- Das oberflächlich spreitende Melanom (SMM) ist der
häufigste Melanom-Typ. Aus einem flachen Pigmentherd entwickelt sich nach
Monaten oder Jahren ein Knoten.
- Das knotige Melanom (NM) wächst von Anfang an in die Tiefe; es
kann schwarzbraun oder rot sein und einer Blutgefäßgeschwulst
ähneln.
- An Handtellern, Fußsohlen und unter den Finger- und
Zehnnägeln entwickeln sich aus unscheinbaren Pigmentflecken die
akrolentiginösen Melanome (ALM).
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Die Operation ist die Standardbehandlung des malignen
Melanoms. Wenn das Melanom frühzeitig erkannt und operiert wird, sind die
Heilungsaussichten sehr günstig. Je nach Befund erfolgt der vorgesehene
Eingriff in örtlicher Betäubung oder in Allgemeinnarkose. Über
die Einzelheiten und Risiken des Betäubungsverfahrens werden Sie gesondert
aufgeklärt. Das Melanom wird "im Gesunden" herausgenommen. Das
heißt, rund um den Tumor wird ein Sicherheitsabstand eingehalten. Die
Größe dieses Sicherheitsabstandes hängt von der
Tiefenausdehnung des Melanoms ab. Durch das Operationsfeld laufende
Blutgefässe und Nerven oder andere Strukturen werden mit entfernt. Bei
Melanomen an Fingern oder Zehen kann es eventuell erforderlich werden, Finger
oder Zehe zu amputieren. Um den entstehenden Hautdefekt zu decken, kommen
verschiedene Behandlungsarten in Frage, wie z.B. ein direkter Wundverschluss,
eine Hautverpflanzung oder eine Hautverschiebung (Lappenplastik). Je nach
Ausmaß und Lage des Defektes wird der Arzt die günstigste
Möglichkeit auswählen und mit Ihnen darüber sprechen.
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Abhängig von der Art und Ausdehnung des Melanoms
können zusätzliche Maßnahmen erforderlich werden:
- Erweiterung der geplanten Maßnahme
Unter Umständen
ergibt es sich während der Operation, dass der geplante Eingriff
ausgedehnt werden muss. Für eine derartige, unvorhersehbare Erweiterung
der Operation bitten wir Sie bereits jetzt um Ihr Einverständnis. Sonst
müssten wir den Eingriff abbrechen, um erneut mit Ihnen zu sprechen.
Dadurch würde sich die Behandlung verzögern, die Risiken würden
steigen.
- Lymphknoten-Ausräumung
In der Umgebung des Melanoms
können sich in den Lymphknoten kleine Tochtergeschwülste bilden. Wenn
diese Gefahr besteht, werden die Lymphknoten und das umgebende Fettgewebe
ausgeräumt. Darüber werden Sie gesondert aufgeklärt.
- Weitere Behandlungsmaßnahmen
Das entnommene Gewebe wird
eingehend mikroskopisch untersucht. Nach dem Ergebnis richtet sich eine evtl.
notwendige Weiterbehandlung (z.B. Nachresektion, hypertherme Perfusion).
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Trotz größter Sorgfalt kann es bei der
Operation des malignen Melanoms vereinzelt zu Störungen kommen. Die
Häufigkeit und der Schweregrad der Komplikationen ist abhängig von
der Lage und der Größe der Geschwulst. Zu nennen sind:
- Verletzungen benachbarter Gewebe:
Verletzungen von Hautnerven
können zu vorübergehenden oder dauerhaften Missempfindungen.
Taubheitsgefühl, seltener auch Schmerzen führen. Eine Schädigung
von Bewegungsnerven kann Lähmungen zur Folge haben. Wurde ein Nerv
berührt, normalisiert sich die Funktion in der Regel von alleine wieder.
Wurde ein Nerv durchtrennt kann die Störung unter Umständen durch
eine Nervennaht behoben werden.
- Durch die Verletzung von Blutgefäßen kann es zu Blutungen
oder Nachblutungen kommen. Je nachdem wie groß das Gefäß ist,
kann extrem selten eine Blutübertragung erforderlich werden. Durch die
Fremdblutübertragung kann es sehr selten zu Infektionen. z.B. mit
Hepatitis-Viren, (Folge: Leberentzündung) oder extrem selten mit HIV
(Spätfolge: AIDS) kommen.
Fragen Sie Ihren Arzt, ob die Bereitstellung
von Eigenblut möglich und sinnvoll ist!
- Wundinfektion:
Gelangen Krankheitserreger in das
Operationsgebiet, kann es zur Vereiterung der Wunde kommen, die dann
eröffnet werden muss. Die Wundheilung ist in diesem Fall verzögert,
es kann sich eine berührungsempfindliche Narbe bilden. Äußerst
selten gelangen Krankheitserreger in die Blutbahn und führen zu einer
Blutvergiftung. Bei allen Infektionen sind weitergehende medikamentöse
Behandlungsmaßnahmen erforderlich.
- Narbenwucherungen:
Bei einer entsprechenden Veranlagung oder nach
einer Wundheilungsstörung können sich überschießende
Narben bilden (z.B. Keloide). Nachbehandlungen können dann erforderlich
sein.
- Absterben von Gewebebereichen (Nekrose):
Dazu kann es kommen,
wenn die Wunde unter Spannung vernäht werden musste, Hautverpflanzungen
oder andere Methoden der plastischen Chirurgie erforderlich waren. Die
Wundheilung ist dann verzögert und die Narbenbildung ungünstiger.
Korrekturoperationen sind in manchen Fällen möglich.
- Lymphstauung:
Wenn Lymphknoten und das umgebende Fettgewebe
entfernt werden mussten, extrem selten auch ohne einen derartigen Eingriff,
kann es zu Schwellungen, Lymphansammlungen (Serome) oder Lymphfisteln kommen.
Schwellungen können durch Bandagieren, Massagen und Medikamente, Serome
und Fisteln mit Punktionen und Druckverbänden behandelt werden. Unter
Umständen kann die Behandlung langwierig sein.
- Unverträglichkeitsreaktionen:
Erfolgt der Eingriff in
örtlicher Betäubung oder werden Schmerzmittel verabreicht, kann es in
Ausnahmefällen zu Unruhe, Krämpfen, Atemstörungen,
Blutdruckanstieg oder -abfall, Herzrhythmusstörungen,
Herzschlagverlangsamung und/oder allergische Reaktionen (z.B. Juckreiz,
Kreislaufreaktionen bis hin zum Schock) kommen, die u.U. lebensbedrohlich sein
können und evtl. intensivmedizinische Behandlung erfordern
- In sehr seltenen Fällen entwickeln sich Haut- und
Weichteilschäden (Spritzenabzess, Absterben von Gewebe, Nerven- und
Venenreizungen) und länger andauernde Beschwerden (Narben, Schmerzen)
durch Einspritzungen vor, bei und nach dem Eingriff.
- Selten sind Eiterung oder nässende Fisteln durch Fäden, die
für ein besseres kosmetisches Ergebnis in der Haut belassen werden und
vereinzelt durch die Haut nach außen durchspießen.
- Lagerungsschäden:
Wenn die Operation in Allgemeinnarkose
durchgeführt wurde, kann es in seltenen Fällen zu Druckschäden
an Nerven und Weichteilen durch die bei der Operation erforderliche Lagerung
kommen; meist bilden sie sich innerhalb weniger Wochen zurück. In
Einzelfällen können jedoch bleibende Beschwerden (z.B.
Taubheitsgefühl, schmerzhafte Missempfindungen) oder Narben
zurückbleiben. Das gilt auch für Hautschäden durch
Desinfektionsmittel und/oder elektrischen Strom.
Über Ihre speziellen Risiken und die damit
verbundenen Komplikationen informiert Sie Ihr Arzt im
Aufklärungsgespräch näher.
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- Bitte beachten Sie, wenn der Eingriff ambulant durchgeführt
wird, dass das Reaktionsvermögen nach der Narkose oder der Gabe eines
Beruhigungs-, Schmerz- oder Betäubungsmittels vorübergehend
beeinträchtigt ist. Lassen Sie sich bitte abholen. Sorgen Sie für
eine ständige Aufsicht in den ersten 24 Stunden nach der Behandlung.
Ferner sollten Sie in diesem Zeitraum nicht aktiv am Straßenverkehr
teilnehmen, kein Fahrzeug steuern, nicht an gefährlichen Maschinen
arbeiten und keine wichtigen Entscheidungen treffen.
- Bitte befolgen Sie die Anweisungen des Arztes genauestens!
- Der Wundverband schützt vor Störungen im Heilungsprozess.
Belassen Sie ihn deshalb bitte auf der Wunde. Kommen Sie zum Wechseln des
Verbandes an den vereinbarten Terminen in die Klinik oder Praxis.
- Rauchen beeinträchtigt die Wundheilung. Vor allem nach
plastischen Eingriffen (Hautverschiebung, Hauttransplantation u.ä.)
müssen Sie deshalb darauf verzichten.
- Der Arzt wird Ihnen mitteilen, ob eine Nachbehandlung notwendig ist,
und wann und wo sie erfolgen soll.
- Besonders wichtig sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen,
zumindest für einen Zeitraum von 10 Jahren. Der Arzt überprüft
dabei das Operationsgebiet und sucht nach Melanomen, die sich
möglicherweise neu gebildet haben. Dafür besteht bei Ihnen ein
erhöhtes Risiko. Sie sollten deshalb auch selbst den Zustand ihrer Haut
beobachten und sich beim Arzt melden wenn Pigmentflecken oder Knoten neu
auftreten oder sich verändern.
Über Ihre speziellen Risiken und die damit
verbundenen Komplikationen informiert Sie Ihr Arzt im
Aufklärungsgespräch näher.
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© Dr. med. Darius Alamouti
— www.dariusalamouti.de — www.schönheitslexikon.de —